Ein Brotbackautomat übernimmt je nach Programm Kneten, Ruhephasen und Backen. Rezeptmenge, Zutatenreihenfolge und der richtige Aufstellort bleiben Ihre Aufgabe. Wenn ein Laib misslingt, ändern Sie beim nächsten Versuch nur einen Punkt und notieren Sie Rezept, Programm und Ergebnis. So lässt sich eine Ursache eingrenzen, ohne wahllos mehr Wasser, Hefe oder Backzeit hinzuzufügen.
So sollte Ihr Brot nicht aussehen bzw. schmecken
Kommt das Brot fertig aus dem Brotbackautomaten, sieht aber ganz
anders aus als erwartet? Zu hart oder weich, kaum aufgegangen oder es fehlt die schöne Kruste wie
beim Bäcker - die Ursachen dafür sind oft ganz unterschiedlicher Natur. In den meisten Fällen liegt es an
der fehlerhaften Bedienung des Brotbackautomaten, manchmal aber auch einfach an der
Zusammensetzung des Teiges.
Die häufigsten Makel sind folgende:
- Teig geht zu stark auf, Brotbackautomat läuft über
- Brot ist in der Mitte eingefallen
- Kruste ist nicht knusprig, sondern weich
- Brot ist insgesamt zu klein, zu hart, zu feucht oder zu trocken
- Brot lässt sich schlecht schneiden, zerbröselt oder zerreißt
- intensiver Geruch nach Hefe
- Brot schmeckt nach nichts (geschmacksneutral)
Verschiedene Brotsorten für den Backautomat
Im Backautomat bereiten Sie viele verschiedene Brotvarianten selbst zu. Zum Beispiel ein leichtes Weißbrot, ein gehaltvolles Vollkornbrot oder klassisches Weizen- und Roggenbrot. Neben den Standardbroten können Sie im Brotbackautomat natürlich auch kreative Varianten backen, sogar besonders herzhafte Varianten sind möglich.
Fügen Sie dem Grundteig zum Beispiel folgende Zutaten zu:
- Rosinen
- Nüsse (z. B. Hasel- oder Walnüsse)
- Kerne (z.B. Sonnenblumen- oder Kürbiskerne)
- Sesam
- Leinsamen
- Mohn
- Zwiebeln
- und viele weitere
Verwenden Sie für Einlagen zunächst ein Rezept aus der Geräteanleitung. Feuchte Zutaten verändern die Wassermenge und gehören nicht automatisch in einen Spender für trockene Rosinen oder Nüsse. Beachten Sie dessen Mengenlimit und den vorgesehenen Zugabezeitpunkt. Ein automatischer Spender ist kein Ersatz für eine passende Rezeptur. Glutenfreie Rezepte benötigen eigene Zutaten und Abläufe; mehr dazu erklärt Glutenfreies Brot im Brotbackautomaten.
Die häufigsten Fehler beim Backen mit dem Brotbackautomat
Viele Fehler beim Brotbacken sind vermeidbar, wenn Sie einige wichtige Regeln sowie die Bedienungsanleitung des Brotbackautomaten beachten.
Falsches Mischverhältnis der Backzutaten
In vielen Fällen liegt es an dem Mischverhältnis der Zutaten, wenn Ihnen Ihr Brot nicht gelingt. Zu viel Wasser, zu wenig Hefe oder zu viel Mehl - stimmt das Verhältnis nicht, wird aus dem Brot aus dem Automaten nichts. Wenn Sie sich unsicher in der Zusammenstellung der Backzutaten sind, ist für den Anfang eine passende Brotbackmischung eine mögliche Hilfe. Prüfen Sie deren Zutatenliste: Hefe oder andere Zutaten können bereits enthalten sein oder müssen separat hinzugefügt werden. Die Packungsmenge muss zur zulässigen Rezeptmenge und zum Programm Ihres Geräts passen.
Hinweise zur optimalen Backdauer speziell für das Backen in Brotbackautomaten sind meist auf der Verpackung der Backmischung zu finden. Da jeder Brotautomat andere Backprogramme hat, kann es aber dennoch sein, dass Ihnen das Brot trotz optimaler Mischverhältnisse nicht gelingt. Hier müssen Sie zunächst das empfohlene Programm und die Mengen prüfen. Ändern Sie nicht beides gleichzeitig.
Sind Sie schon etwas erfahrener im Mischen von Backzutaten, können Sie natürlich auch nach eigenen Rezepten backen.
Tipp: Alternativ zum Brotbacken eignet sich der Brotbackautomat übrigens auch für die Zubereitung von süßen Backwaren wie etwa Hefe- und Rosinenbrote.
Zu wenig Wasser
Ein fester, kleiner Laib kann zu wenig Flüssigkeit enthalten, aber auch durch eine unpassende Rezeptmenge, wenig Trieb oder das falsche Programm entstehen. Prüfen Sie erst die abgewogenen Mengen und die Fehlerhinweise Ihrer Anleitung. Passen Sie Wasser nur in den dort genannten kleinen Schritten an. Ein misslungener Laib ist keine pauschale Aufforderung, mehr Wasser zuzugeben.
Zu viel des Guten
Haben Sie zu viel Hefe, Wasser oder Mehl in den Brotbackautomaten gefüllt, kann es passieren, das der Teig zu stark aufgeht und dann überquillt. Brechen Sie den Betrieb gemäß Anleitung ab, trennen Sie das Gerät vom Strom und lassen Sie es abkühlen, bevor Sie zugängliche Reste reinigen. Bei Rauchentwicklung bleibt der Deckel geschlossen; gießen Sie kein Wasser ins Gerät. Greifen Sie nicht an heiße Heizteile und öffnen Sie keine elektrischen Innenteile. Ist zu viel Hefe im Brot, kann es nach dem Backen stark nach Hefe riechen.
Verwechseln Sie die Brotgrößeneinstellung nicht mit der Mehlmenge. Beispielsweise nennt die BA-550-Anleitung höchstens 500 g Mehl und 350 ml Flüssigkeit, die PN100-Anleitung höchstens 280 g Mehl. Diese Grenzen gelten für das jeweilige Modell, nicht für jeden Brotbackautomaten.
Fehlende Zutaten
Wenn das Brot nach nichts schmeckt oder nicht richtig aufgegangen ist, kann es sein, dass Sie wichtige Zutaten vergessen haben. Prüfen Sie die Rezeptliste einschließlich des vorgesehenen Triebmittels. Je nach Rezept kommen Hefe, ein geeigneter Sauerteig oder Backpulver infrage; nicht jedes Brot benötigt zusätzliche Hefe. Auch Salz wird nach Rezept abgewogen. Erhöhen Sie dessen Menge nicht pauschal: Geschmack und Teigentwicklung hängen von der gesamten Rezeptur ab.
Zu kurz geknetet oder zu wenig Wärme
Knet- und Ruhephasen müssen zu Mehlart, Triebmittel und Rezept passen. Ein Weizenteig wird anders geführt als ein roggenreicher oder glutenfreier Teig. Eine einzige Dehnprobe oder Temperaturregel ist deshalb kein verlässlicher Maßstab für alle Brote. Verwenden Sie die in der Anleitung angegebene Zutatentemperatur und das passende Programm, statt das Gerät zusätzlich zu erwärmen.
Für ein Rezept mit eigener Teigführung kann eine Küchenmaschine oder ein Handmixer unterstützen. Beachten Sie auch dort die zulässige Rezeptmenge, Betriebszeit und Abkühlpause; eine hohe Wattzahl ist keine Freigabe für beliebig schwere Teige.
Falsches Backprogramm
Es gibt eine Vielzahl an Backautomaten, die jeweils mit unterschiedlich vielen Programmen ausgestattet sind. Während die einen nur drei Stufen (normal, Weißbrot, Vollkorn) haben, gibt es bei anderen deutlich mehr Backprogramme. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern ob das gewählte Programm zur Rezeptur passt. Ein Sauerteigprogramm kann einen anderen Ablauf meinen als ein Starterprogramm.
Prüfen Sie bei weicher Kruste zunächst, ob das Brot rechtzeitig aus der Form genommen und auf einem Gitter ausgekühlt wurde. Verwenden Sie Ofenhandschuhe für die heiße Form und folgen Sie dem Entnahmeablauf Ihrer Anleitung. Schneiden Sie den Laib erst nach dem Auskühlen und prüfen Sie vorher, ob ein Knethaken in der Unterseite steckt.
Bleibt die Krume danach klebrig, vergleichen Sie Rezeptmenge, Flüssigkeit und Programm mit den Herstellerhinweisen. Ändern Sie beim nächsten Versuch nur eine Größe. Nachbacken ist nur mit einer dafür vorgesehenen Funktion und nach deren Anleitung sinnvoll, nicht als beliebige Verlängerung jedes Programms.
Deckel zu früh geöffnet
Während Geh- und Backphasen bleibt der Deckel nach Herstelleranweisung geschlossen. Eine Zutatenzugabe beim vorgesehenen Signal kann dagegen ausdrücklich erlaubt sein. Entfernen Sie den Knethaken während des Programms nur, wenn die Anleitung dafür einen konkreten Ablauf vorsieht; ein vermutetes Ende der Knetphase ist keine Freigabe.
Wenn Sie gerne den Teig beim Aufgehen und Backen beobachten möchten, empfiehlt sich ein Brotbackautomat mit Sichtfenster. Hier sehen Sie jederzeit, wie Ihr Brot gerade aussieht und kommen nicht in Versuchung, den Deckel zu früh zu öffnen.
Schneiden Sie nicht mit einem Messer in den Teig innerhalb der beschichteten Form. Für frei geformte, eingeschnittene Laibe ist ein Teigprogramm mit anschließendem Backen im Backofen eine andere Arbeitsweise.
Abgelaufene Backmischung
Prüfen Sie Lagerhinweise und Mindesthaltbarkeitsdatum von Mischung und Hefe. Feuchte Lagerung oder lange geöffnete Packungen können das Ergebnis beeinträchtigen. Verwenden Sie keine auffälligen Zutaten und ersetzen Sie diese, statt ihre Wirkung durch mehr Triebmittel auszugleichen.
Herstellerquellen: Rommelsbacher BA 550, Bedienungsanleitung, Abschnitte Aufstellen, Zutatenmenge und Reinigung (PDF-Seiten 9, 15 und 19); Panasonic SD-PN100, deutsche Anleitung (PDF-Seiten 13 bis 15); MEDION MD 11011, Anleitung, Rauchentwicklung und Brotentnahme (PDF-Seiten 26 und 28). Die Unterlagen betreffen diese Modelle; für andere Geräte gilt deren eigene Anleitung.
Bildnachweise:
- Abbildung 1: adobe.com © tanja-wilbertz
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